Presse-Information
 

Ammerland, 08. März 1998
Nr. 898
40 Zeilen à 60 Anschläge

Ergebnis des Fotowettbewerbs "Das Fremde im Urlaubsland":
DER MENSCH STEHT IM MITTELPUNKT

"Das Fremde im Urlaubsland" ist das Motto einer Fotoausstellung, die der Studienkreis für Tourismus und Entwicklung in Ammerland im Rahmen der 23. Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin präsentiert hat.

Die Ausstellung basiert auf einem Fotowettbewerb, der sich an deutsche und österreichische Pauschalurlauber richtetet, die sich 1996 oder 1997 entschlossen hatten, ihren Urlaub in einem orientalischen Mittelmeerland zu verbringen – von Marokko im Westen bis zur Türkei im Osten. Sie waren aufgefordert, mit ihrer Fotokamera einmal das festzuhalten, was ihnen in ihrem Urlaubsland fremd oder fremdartig erschien. Ausschlaggebend sollte nicht die perfekte Technik des Fotografierens sein, sondern die inhaltliche Aussage der Bilder, die ganz persönliche Beobachtung des Fremden.

Eine erste Auswertung von eingesandten Fotos und Bildkommentaren ergibt u.a. folgendes: Als fremd werden in orientalischen Mittelmeerländern vor allem Menschen wahrgenommen: in ihrem andersartigen Aussehen, ihren anderen Lebens- und Wirtschaftsweisen, ihrer anderen Religion. Landschaften,. Kulturdenkmäler, touristische Sehenswürdigkeiten werden deutlich weniger als fremd wahrgenommen – wahrscheinlich deshalb, weil man sie bereits aus Medien, Reisekatalogen und Tourismuswerbung kennt. Wahrgenommene fremde Werte scheinen bei den Fotografierenden oft mit eigenen Sehnsüchten nach mehr Ruhe und Gelassenheit verbunden zu sein.

Fremdes wird in der Regel mit Sensibilität und Respekt wahrgenommen und fotografiert. Die Fremdwahrnehmung ist überwiegend positiv; dem Fremden wird Sympathie entgegengebracht.

Versuche, sich dem Fremden zu nähern, es zu beschreiben, zu interpretieren, bleiben des öfteren spekulativer Art - wahrscheinlich aufgrund von nicht ausreichendem Wissen. Trotzdem sind die Bildbeschreibungen z.T. recht gehaltvoll. Christiane Breustedt, Chefredakteurin von GEO SAISON und Mitglied der Jury: "Es hat mich berührt, wieviel Nachdenkliches zu den Fotos geäußert wurde."

Die Fotoausstellung "Das Fremde im Urlaubsland" steht nach der ITB auch für andere Ausstellungsorte und –zwecke zur Verfügung. Eine ausführliche wissenschaftliche Auswertung des Fotomaterials in Form einer Studie ist in Arbeit.

Das Projekt wurde durchgeführt vom Studienkreis für Tourismus und Entwicklung – zusammen mit dem Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaften der Universität Salzburg. Zu den Unterstützern des Wettbewerbs zählen: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, GEO SAISON, Katholisches Auslandssekretariat, KODAK, Polyglott, Messe Berlin GmbH, Österreichische Entwicklungszusammenarbeit im Außenministerium, Tourism Watch sowie die Tourist Boards von Ägypten, Türkei und Tunesien.