Der Orient -
Fantasia 1001 Nacht
 

Wie Touristen Fremdes sehen und verstehen
Über Fremdbild und Fremdwahrnehmung von deutschen und österreichischen Urlauberinnen und Urlaubern in orientalischen Mittelmeerländern

Bernd Oliver Schmidt
Institut für Kommunikationswissenschaft der Universität Salzburg


3-9804846-4-5
Preis: EUR 22,- (incl. MwSt., zzgl. Versandkosten)
222 Seiten

Der Anlass der Studie könnte aktueller nicht sein. Die "alte Welt" ist am Anfang des 21. Jahrhunderts ein Staatenensemble, in dem Fremdenfeindlichkeit und Nationalismen zu Hause sind. Fremdes verstört, verunsichert, löst Angst aus. Die Folge sind Ablehnung und Ausgrenzung, die teilweise in offenen Fremdenhass mit all seinen schrecklichen Auswüchsen umschlagen.

In der westlichen Hemisphäre bezieht sich die gegenwärtige Angst vor dem Fremden und dessen Diskriminierung nicht zuletzt auf die islamischen Nationen, Staaten, deren Menschen und Kulturen. Unsere Medien entwerfen zumeist ein bedrohliches Bild des islamischen Orients, das von Vorurteilen geprägt und von Terroristen, Despoten und religiösen Eiferern beherrscht ist. Allzu oft wird dabei die übergreifende Religion des Islam als Antriebsfeder gebrandmarkt. Der Islam wird gleichgesetzt mit fanatisch-militantem Fundamentalismus, intolerant und anti-westlich.

Dagegen sind islamische Länder am Mittelmeer als touristische Ziele sehr beliebt. Jährlich reisen etwa vier Millionen deutsche und österreichische Urlauber in diese Region des Orients. Mitteleuropäer werden zu Gästen in islamischen Ländern und ihren fremden Kulturen. Wie nehmen Urlauber das Fremde "vor Ort" wahr? Darüber soll die vorliegende Studie Auskunft geben, deren Ergebnisse auf einem inhaltsanalytisch ausgewerteten Fotowettbewerb basieren.

Die Studie fragt und diskutiert:

  • Mit welchen Foto-Motiven verknüpfen die Urlauberinnen und Urlauber das Fremde oder Fremdheit? Und mit welchen Assoziationen werden die Gegenstände der Wahrnehmung verbunden? Welche Rolle spielt zum Beispiel die Religion in den Wahrnehmungen der Reisenden?
  • Folgt die Fremdwahrnehmung bzw. das Fremdbild jenen Charakteristika einer "typisch" touristischen Sichtweise von fremden Ländern und Kulturen? Wie passt sich die touristische Sicht des fremden Orients in den öffentlichen Diskurs Orient ein?
  • Bietet dieses touristische Fremdbild Chancen für eine erfolgreiche interkulturelle Kommunikation? Inwieweit werden in diesen Fremdwahrnehmungen Interesse, Einsicht und Sympathie für die bereisten Kulturen erkennbar?

Die vorliegende Studie versteht sich als Exploration und versucht, wichtige Muster der Fremdwahrnehmung und des Fremdbildes von Urlauberinnen und Urlaubern in den genannten orientalischen Ländern zu ermitteln.

INHALTSVERZEICHNIS (Auszug)

  1. Vorüberlegungen und -bemerkungen zu einem Fotowettbewerb "Das Fremde im Urlaubsland"

    1. Eine Einleitung zu Hinter- und Beweggründen dieser Studie

    2. Theoretische Annäherungen - Tourismus als Begegnung mit fremden Kulturen

      1. Was heißt "interkulturelle Kommunikation"?
      2. Fremdes wahrnehmen und verstehen
      3. Urlaubswelten und das Fremde - von Sehnsüchten, Erwartungen und Ritualen
      4. Der Orient im Bild des Okzidents - zwischen Mythos und Realität
      5. Methodik zur Auswertung der Fotografien und Kommentierungen

  2. Präsentation der Untersuchungsergebnisse

    1. Profil des Fotowettbewerbs und der WettbewerbsteilnehmerInnen

    2. Motive, Thematiken, Themen und Interpretationen des Fremden 94
      1. Motive der Wahrnehmung - Ikonen des fremden islamischen Orients 94
      2. Thematiken - Themen des Fremden
      3. .... typisch Tourist?
      4. Interpretationen des Fremdbildes
      5. Fremdes verstehen? Anmerkungen zu den Einsichten der UrlauberInnnen in die fremde Kultur des Orients
      6. Den Orient verstehen? Über die Möglichkeiten, in der touristischen Begegnung Fremdes zu verstehen
      7. Ein Vergleich: Das touristische Fremdbild im westlichen Diskurs Orient
      8. Fremdbild und Fremdwahrnehmung: Ein inhaltsanalytischer Raster

    3. Anregungen für künftige Forschungen

    4. Zusammenfassung

    5. Einige Anregungen für die Praxis