Ganzheitlich orientierte Tourismusentwicklung

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Rahmenbedingungen, inhaltliche und methodische Konkretisierung anhand eines Strukturrahmens, Überprüfung an Fallbeispielen

Dietlind von Laßberg

ISBN 3 - 9804846 - 0 - 2
231 Seiten + Anhang
Ammerland 1995

Vorstellungen von alternativer touristischer Entwicklung sind inzwischen mehr oder weniger konkret verbunden mit Begriffen wie "Sanfter Tourismus", "Qualitativer Fremdenverkehr", "Intelligenter Tourismus", "Sustainable Tourism" und "Nachhaltiger Tourismus".

Seit Anfang der 90er Jahre wurde die Diskussion um ein touristisches Entwicklungskonzept bereichert, das sich am Merkmal der "Ganzheit" bzw. "Ganzheitlichkeit" von Entwicklung orientiert. "Ganzheitlich orientierte Tourismusentwicklung" klingt anmaßend und vielversprechend zugleich, wenn man die immer komplexer werdenden Prozesse und Probleme bedenkt, die mit touristischer Entwicklung einhergehen und durch sie (mit-) verursacht werden.

Ganzheitlich orientierte Tourismusentwicklung hat nicht nur die Entwicklung des Tourismus in engerem Sinne zum Ziel, sondern die Entwicklung eines Landes oder einer Region als Ganzes. Sie wird verstanden als integrativer, systemischer Planungsansatz, bei dem die Berücksichtigung der Wechselwirkungen zwischen touristischem System und nicht-touristischen Systemen die Basis der touristischen Planung sein soll.

Einem derart umfassenden Gedanken gerecht zu werden, ihn inhaltlich und methodisch zu konkretisieren und in die Planungspraxis umzusetzen, ist eine Herausforderung.

Aus der Überzeugung, daß gerade der ganzheitliche Anspruch als Zielvorstellung unseres heutigen Denkens und Handelns, Positives zu bewirken in der Lage ist, hat sich die Autorin dieser Herausforderung gestellt. Sie hat versucht, das Thema "Ganzheitlich orientierte Tourismusentwicklung" in einer Dissertation aufzugreifen, zu hinterfragen, einen praxisgerechten Strukturrahmen zur Erstellung von ganzheitlich orientierten Tourismuskonzepten zu entwickeln und an zwei Fallbeispielen zu überprüfen. Sie ließ sich dabei von der Überzeugung leiten, daß geographische Betrachtungs- und Arbeitsweisen für die inhaltliche und methodische Konkretisierung einer ganzheitlichen Tourismusplanung bzw. -entwicklung besonders geeignet sein könnten.

Das Verdienst dieser Arbeit besteht auf der einen Seite in dem Versuch, wissenschaftliche Erkenntnisse so in die planerische Praxis umzusetzen, daß inhaltliche Forderungen nach angepaßter, umweltverträglicher, sozialverantwortlicher und wirtschaftlich langfristig effizienter Tourismusentwicklung genauso aufgegriffen werden wie methodische Aspekte eines partizipatorischen Planungsprozesses. Darüber hinaus wird dem interessierten Tourismuspraktiker ein handhabbarer Leitfaden zur Erstellung von modernen, sozialverantwortlichen und umweltverträglichen Tourismuskonzepten zur Verfügung gestellt.


Inhaltsverzeichnis (Auszug)

1. Einführung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
1.3 Einordnung und Abgrenzungen
1.4 Verwendetes Datenmaterial
1.5 Vorgehensweise und Methodik
2. Ganzheitliche Denk- und Forschungsansätze als Grundlage einer ganzheitlich orientierten Sicht- und Handlungsweise
2.1 Ganzheitliches Denken in Europa von der Antike bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts
2.2 Ganzheitliche Denk- und Forschungsansätze in Europa im 20. Jahrhundert
2.3 Ganzheitliche Forschungsansätze in der Geographie
3. Rahmenbedingungen für eine ganzheitlich orientierte Tourismusentwicklung
3.1 Voraussichtliche Entwicklung des Tourismus in den kommenden Jahren
3.2 Rahmenbedingungen auf der touristischen Angebotsseite
3.3 Rahmenbedingungen auf der touristischen Nachfrageseite
3.4 Bisherige Ansätze alternativer Tourismuskonzeptionen
4. Strukturrahmen für ganzheitlich orientierte Tourismuskonzepte. Inhaltliche und methodische Konkretisierung
4.1 Inhaltliche und methodische Bedeutung des Systemansatzes für eine ganzheitlich orientierte Tourismusentwicklung
4.2 Grundsätze und Ziele einer ganzheitlich orientierten Tourismusentwicklung
4.3 Inhaltliche und methodische Konkretisierung eines Strukturrahmens für ganzheitlich orientierte Tourismuskonzepte
4.4 Anmerkungen zum Strukturrahmen für ganzheitlich orientierte Tourismuskonzepte
5. Überprüfung des Strukturrahmens für ganzheitlich orientierte Tourismuskonzepte anhand von zwei Fallbeispielen
5.1 Das Burg Hotel am Hohen Bogen (Oberpfalz)
5.2 Die Region Schlaube-/Oelsetal (Brandenburg)
5.3 Schlußbetrachtung: Die Frage der Übertragbarkeit des Strukturrahmens für ganzheitlich orientierte Tourismuskonzepte
  Literaturverzeichnis
  Anhang