Presse-Information
 


Nr. 11/2017

Overtourism: Wie die Revolution des Reisens ihre Kinder frisst


23. Ammerlander Gespräch zu Ursachen und Gegenstrategien eines überbordenden Tourismus. Wie können die Interessen der lokalen Bevölkerung in sozialverantwortliche Tourismuskonzepte eingebunden werden?



Seefeld, 26.09.2017 - Der Studienkreis für Tourismus und Entwicklung bearbeitet seit seiner Gründung Themen und Fragestellungen im Kontext weltweiter touristischer Entwicklungen. Dabei stehen sozialverantwortliche Ansätze von auf Gerechtigkeit und Respekt gründenden touristischen Konzepten in Schwellen- und Entwicklungsländern im Fokus. Anlässlich des bevorstehenden Welttourismustages am 27. September weist der Studienkreis auf ein aktuelles Thema hin, das von globaler Relevanz ist und die Forderung nach sozialverantwortlichen Lösungen in der Tourismusindustrie unterstreicht.

Unter dem Stichwort "Overtourism" wird seit einigen Jahren eine Entwicklung sichtbar, die als Ergebnis eines unkontrollierten und überwiegend an kommerziellen Interessen ausgerichteten Tourismus nun lautstarke und teilweise gewaltsame Proteste der Bevölkerung in Destinationen zeigt.

Ammerlander Gespräch als Kommunikationsplattform der Branche

Im Rahmen des 23. Ammerlander Gesprächs des Studienkreises, das am 11. Oktober in München stattfindet, werden sich deshalb touristische Entscheidungsträger, Fachjournalisteninnen und -journalisten sowie weiterer externer Sachverstand des Themas annehmen, um über Lösungsansätze und Möglichkeiten der stärkeren Einbindung der lokalen Bevölkerung in die Entwicklung von Tourismusprojekten zu sprechen.

Vom Phänomen "Overtourism" sind sowohl strukturschwache Regionen in Entwicklungsländern als auch etablierte Reiseziele in Europa, Asien und Übersee betroffen. Ein ungebremstes und unkontrolliertes Wachstum, Dumping-Angebote der Veranstalter und Transportanbieter sowie die erweiterten Reisemöglichkeiten, vor allem für Touristen aus Asien, führen in bestimmten Destinationen bereits heute zum Kollaps der Infrastruktur. Die lokale Bevölkerung wird in ihrer Lebensweise eingeschränkt oder gar marginalisiert. Dieser Entwicklung ist entgegenzuwirken. Stattdessen müssen Konzepte - in enger Zusammenarbeit mit allen Betroffenen - erarbeitet werden, die Tourismus als positive Option der Entwicklung von Bevölkerung, Regionen und Ländern verstehen.

Das 23. Ammerlander Gespräch, das sich als Vernetzungs- und Ideenplattform versteht, wird dieser Frage nachgehen und entsprechende Lösungsansätze diskutieren.



Der Studienkreis für Tourismus und Entwicklung beschäftigt sich mit entwicklungsbezogener Informations- und Bildungsarbeit im Tourismus. In diesem Zusammenhang gibt er Publikationen heraus, führt internationale Wettbewerbe durch, veranstaltet Aus- und Fortbildungsseminare für im Tourismus Beschäftigte, ist in den Bereichen Tourismusforschung und -beratung tätig und beteiligt sich am Dialog über Fragen touristischer Entwicklung.

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