Presse-Information
 


Nr. 04/2017

"TO DO Award Human Rights in Tourism" an UNITE - the union

Studienkreis für Tourismus und Entwicklung ehrt erstmals Initiativen und Projekte zum Schutz der Menschenrechte im touristischen Kontext, Deutsche UNESCO-Kommission hat Schirmherrschaft übernommen

Seefeld, 13.02.2017 - Die britische Gewerkschaft UNITE - the union wird mit dem "TO DO Award Human Rights in Tourism" ausgezeichnet, den der Studienkreis für Tourismus und Entwicklung in Kooperation mit dem Roundtable Human Rights in Tourism und Studiosus Reisen München 2016 erstmals ausgelobt hatte. Der Preis wird im Rahmen der TO DO! 2017 Preisverleihung am 9. März 2017 auf der ITB Berlin verliehen.

UNITE - the union ist eine der mitgliederstärksten Gewerkschaften in Großbritannien und organisiert vor allem Mitarbeiter aus dem Hotel- und Gaststättenbereich bzw. aus verschiedenen anderen tourismus-nahen Dienstleistungssektoren. Die Gewerkschaft setzt sich seit vielen Jahren vehement für die Einhaltung grundlegender Arbeitnehmerrechte ein und bekämpft vor allem Lohndumping, unbezahlte Überstunden und extrem prekäre Arbeitsbedingungen im Hotelgewerbe, die zumeist Folge von flächendeckenden Outsourcing-Programmen sind.

In vielen Fällen erinnerten - laut Eigenauskunft von UNITE - die Arbeitsbedingungen insbesondere in Londoner Hotels an Lohnsklaverei. Oft werde zudem das Recht auf Beitritt zur Gewerkschaft beschnitten - eine Vielzahl von Mitarbeitern hätten keinen Gesundheits- und Rechtsschutz. Häufig würden entsprechende Beschwerden der Angestellten mit Verwarnungen oder gar Entlassungen geahndet. Extrem lange Arbeitszeiten und ein permanenter psychischer Druck führen bei vielen Mitarbeitern zu gesundheitlichen Schäden. UNITE - the union kämpft gegen diese Ausbeutung der Beschäftigten im Hotel- und Gastronomiegewerbe und leistet einen wertvollen Beitrag zur Wahrung der Menschenrechte im Tourismus. UNITE - the union tritt fortwährend für den Schutz der Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeiter und Angestellten ein.

Der "TO DO Award Human Rights in Tourism" wird erstmals verliehen. Auf Initiative des Studienkreises für Tourismus und Entwicklung wurde in enger Abstimmung mit dem Roundtable Human Rights in Tourism - einem Zusammenschluss von Stakeholdern aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Tourismuswirtschaft und Politik - Kriterien für die künftig jährliche Vergabe des Preises erarbeitet. Geehrt werden können demnach Initiativen, Projekte und Personen, die sich in herausragender Weise für den Schutz und die Einhaltung menschenrechtlicher Prinzipien entlang der gesamten touristischen Wertschöpfungskette einsetzen. Eine Bewerbung für den Preis ist nicht möglich - die Fachjury wählt durch kontinuierliche Marktbeobachtung selbst potenzielle Preisträger aus und bewertet anschließend deren Anstrengungen.

"Menschenrechte dürfen künftig nicht als Option nur bei günstiger Geschäftslage berücksichtigt werden, sondern müssen elementarer Bestandteil der Arbeit aller im Tourismus Tätigen sein. In diesem Verständnis dürfen niemals weder die Menschenrechte der Beschäftigten bei Anbietern noch die der einheimischen Bevölkerung in den Destinationen zur Disposition stehen", so Claudia Mitteneder, Geschäftsführerin des Studienkreises, zu den mittel- und langfristigen Zielen der Preisvergabe. Und weiter: "Besonders freut uns, dass Studiosus Reisen München diesen Preis fördert und die Deutsche UNESCO-Kommission diese Bestrebungen unterstützt und für die Premiere der Preisverleihung im März die Schirmherrschaft übernommen hat."



Der neu geschaffene "TO DO Award Human Rights in Tourism" wird im Rahmen der Verleihung des TO DO! 2017 am Donnerstag, 9. März 2017, um 16:30 Uhr im Palais am Funkturm überreicht. Vertreter von UNITE - the union sind anwesend und nehmen die Ehrung entgegen. Die Festrede hält Dr. Bärbel Kofler, Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe.

Nach der Preisverleihung lädt der Studienkreis zu einem Empfang mit internationalen Spezialitäten ein. Es besteht die Möglichkeit für Interviews mit Vertretern von UNITE - the union.



Der Studienkreis für Tourismus und Entwicklung beschäftigt sich mit entwicklungsbezogener Informations- und Bildungsarbeit im Tourismus. In diesem Zusammenhang gibt er Publikationen heraus, führt internationale Wettbewerbe durch, veranstaltet Aus- und Fortbildungsseminare für im Tourismus Beschäftigte, ist in den Bereichen Tourismusforschung und -beratung tätig und beteiligt sich am Dialog über Fragen touristischer Entwicklung.

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