Presse-Information
 


Ammerland, 29. September 2009
Nr. 07/2009

Italien geht nicht baden

"Maria, ihm schmeckt's nicht!" zeigt wie's läuft in Italien: Familien genießen ihre Freizeit in comitiva - in Gesellschaft. Und zwar mit möglichst vielen Familienmitgliedern und Freunden. Der deutsche Gast staunt, wie sich aus dem simplen Vorschlag, Kastanien sammeln zu gehen, ein Picknick für 20 Leute entwickelt, mit anschließendem Besuch eines Cafés, eines Onkels, der Schafskäse herstellt und eines neu entdeckten Etruskergrabes. Geht's an den Strand, dann nicht zum Baden, sondern zum Sonnenbaden. Eine bella abbronzatura, eine schöne Bräune muss her. Ins Wasser aber, das muss nicht sein - jedenfalls nicht weiter als bis zu den Knien! Das beruhigende Gefühl, dass man jederzeit schwimmen gehen könnte, reicht völlig.
Selbst für Kenner des Landes gibt es im SympathieMagazin "Italien verstehen" viel Neues zu entdecken: Dass etwa im kinderverrückten Italien inzwi-schen die Ein-Kind-Familie vorherrscht. Und dass zwar noch 90 Prozent der Italiener katholisch sind, aber nur 25 Prozent finden, dass man den kirchli-chen Lehren zu folgen habe. Und wer weiß hierzulande, dass in Italien 4000 Lehrer ohne Bezahlung an Privatschulen arbeiten, um ihre Chancen auf eine reguläre Anstellung zu verbessern? Dass auf 100 Italiener mehr als 92 Handys kommen, ist hingegen angesichts der italienischen Lust am Erzählen vielleicht gar nicht so erstaunlich...
Worüber wir jedoch immer wieder staunen, das ist die italienische Politik. Waren die Parteiensysteme Deutschlands und Italiens früher vergleichbar, ist dies heute vorbei. Das alte Parteiensystem ist verschwunden, ohne dass neue Parteien entstanden wären. Und die Spaltung in Berlusconianer und Anti-Berlusconianer blockiert Reformen. Vielleicht heißt darum eine der an-gesagtesten Bands in Italien ausgerechnet "Baustelle"?
______________________________________

Verantwortlich für den Text: Wibke Reger


Das SympathieMagazin "Italien verstehen" wurde redaktionell betreut von Petra und Ulrich Rosenbaum.

"Italien verstehen" wurde gefördert von:
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

Das Einzelexemplar kann für Euro 3,60 per Lastschrift oder gegen Voreinsendung eines Verrechnungsschecks beim Studienkreis für Tourismus und Entwicklung (D-82541 Ammerland, Kapellenweg 3) bezogen werden. Ab 50 Exemplare gelten Stückpreise zwischen Euro 1,65 und 1,55 (zzgl. Versandkosten und MwSt.).

SympathieMagazine gibt es nicht im Buchhandel oder am Kiosk, sondern online unter: www.sympathiemagazin.de