Presse-Information
 


Ammerland, 30. Juli 2008
Nr. 08/2008


"Frieden muss man mit dem Feind schließen - mit wem denn sonst?"
Avi Primor



Das neue SympathieMagazin "Palästina verstehen" fordert auf, sich ein eigenes Bild zu machen



Jonny Al Taweel steht auf einem ganz pragmatischen Standpunkt: "Wenn wir schon nicht in die Welt hinausgehen können, dann wollen wir umgekehrt alles dafür tun, damit die Welt zu uns kommt – und sich wohl fühlt!" Dass das möglich ist, beweisen Jonny und seine Frau Manar schon seit Jahren. Der Allround-Handwerker und die Sozialarbeiterin leben im palästinensischen Westjordanland und empfangen regelmäßig Gäste aus aller Welt.
Möglich geworden ist dies durch das Bed&Breakfast-Programm der "Alternative Tourism Group" (ATG), mit Sitz in Beit Sahour, der Nachbarstadt von Bethlehem. In dem Wissen, am politisch geprägten Image Palästinas so schnell nichts ändern zu können, hat sich ATG zur Aufgabe gemacht, wenigstens einen Image-Wechsel auf der menschlichen Ebene anzustreben. Deshalb das Übernachtungs-Angebot bei palästinensischen Familien.
Es ist dies eine unausgesprochene Aufforderung, sich ein eigenes Bild zu machen; sich auf den Alltag und die trotz allem vorhandene "Normalität" in einem Konfliktgebiet einzulassen. Für Außenstehende mag ein solches Ansinnen angesichts der Nahost-Problematik befremdlich erscheinen, doch Palästinenser und Israelis – haben sie Besucher zu betreuen – handeln stets umsichtig und verantwortungsvoll.
Im Übrigen zeigt das druckfrische "Palästina verstehen" auch unterschiedliche Blickwinkel. So wird zum Beispiel "Das Ringen um Jerusalem" sowohl aus palästinensischer wie auch aus israelischer Sicht beschrieben. Daneben finden sich historisch erläuternde Texte, religionsbezogene Themen und Beiträge, die die Tragik des Nahost-Konflikts beschreiben und das Geschehen in den Palästinensischen Gebieten verdeutlichen. Es gibt wohl kaum ein zweites Land auf der Welt, das von sich selbst sagen kann, es lebe in einer "Besetzten Autonomie".
Da grenzt es fast schon an ein Wunder, dass die palästinensische Bevölkerung – angesichts von Wassermangel, Stromausfällen, gesperrten Straßen und den von Israel verhängten Einfuhrstopps für wichtige Güter wie Brennstoff – immer noch ein halbwegs funktionierendes Wirtschafts- und Gesellschaftsleben aufrecht erhalten kann. Mit Ausnahme des Gazastreifens, wo nach Angaben des Welternährungsprogramms inzwischen 80 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze von zwei Dollar pro Tag leben.
Der Prozess der Annäherung zwischen den beiden Konfliktparteien bleibt schwierig – das ist nicht neu. Indes zeigt das exklusiv in "Palästina verstehen" abgedruckte Gespräch zwischen Avi Primor und Abdallah Frangi im Schlussbeitrag des neuen SympathieMagazins, dass beide Seiten weiterhin an die Chance für einen dauerhafter Frieden glauben. Und klar wird auch: Sitzen sich Palästinenser und Israelis persönlich gegenüber, sprechen sie mit ihrem alter ego.

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Verantwortlich für den Text: Klaus Betz


Das SympathieMagazin "Palästina verstehen" wurde redaktionell betreut von Friedemann Büttner und Susanne Weiß.

"Palästina verstehen" wurde gefördert von:
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