Presse-Information
 


Ammerland, 02. Juni 2008
Nr. 07/2008



Das neue SympathieMagazin "Taiwan verstehen" erscheint zum Zeitpunkt einer chinesisch-taiwanischen Annäherung



Herr Shih freut sich und im Fernsehen konnte er es auch live mitverfolgen: Erstmals seit 1949 trafen sich vergangene Woche ranghohe Politiker der beiden Bruderstaaten. Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao empfing in Peking den Vorsitzenden der taiwanesischen Regierungspartei Kuomintang, Wu Poh-hsiung. Der chinesische Präsident erklärte, beide Parteien sollten gemeinsam für eine friedliche Entwicklung der Beziehungen über die Meerenge von Taiwan hinweg arbeiten. Und Wu Poh-hsiung äußerte seine Hoffnung auf ein Abkommen, das Krieg zwischen Taiwan und Festlandchina verhindern soll. Solche Töne sind neu in dem seit Jahrzehnten von Spannungen geprägten Verhältnis.
Herr Shih freut sich auch deshalb, weil er mit seiner kleinen Fabrik zur Herstellung von Grillzangen künftig einen vermutlich ganz neuen Markt wird beliefern können. Denn auch das ist Taiwan: Während Großkonzerne taiwanische Markennamen in unseren Haushalten zu einer festen Größe gemacht haben (von Giant-Fahrrädern bis Acer-Laptops), ist kaum bekannt, dass 98 Prozent aller Unternehmen des Landes flexible kleine und mittlere Familienbetriebe sind.
Das von den Portugiesen 1583 "Ilha Formosa" getaufte Taiwan ist demnach längst mehr als nur eine "wunderschöne Insel". Taiwan ist zum wirtschaftlich stabilisierenden Faktor in der Region geworden. Das Turbowachstum, das den Inselstaat in den vergangenen Jahrzehnten zu einem der erfolgreichen "Tigerstaaten" machte, war auch die Grundlage für die Demokratisierung des Landes. Das Kriegsrecht wurde 1987 aufgehoben, die Taiwaner erkämpften mit Sternmärschen und Menschenketten neue Freiheiten, demokratische Wahlen und einen weit verbreiteten Wohlstand.
Einzig im touristischen Bereich ist Taiwan fast unbekannt geblieben. Zu Unrecht: Traumhafte Küstenlandschaften und 3000m-hohe Gebirgszüge, heiße Quellen und eine an Artenreichtum schier überquellende Flora und Fauna, Ökopensionen, zahllose traditionelle Teehäuser, exotische Nachtmärkte und rund 5000 daoistische Tempel warten auf neugierige Besucher. Nicht von ungefähr sprachen schon die Portugiesen von einer "Ilha Formosa".


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Verantwortlich für den Text: Klaus Betz


Das SympathieMagazin "Taiwan verstehen" wurde redaktionell betreut von Peter J. Opitz und Oskar Weggel.

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