Presse-Information
 


Ammerland, 06. Juli 2007
Nr. 09/2007



Kaum auf Klischees zu reduzieren
Das neue SympathieMagazin "Großbritannien verstehen" zeigt die Vielschichtigkeit des Vereinigten Königreichs


Im Norden von Birmingham werden BMW-Motoren gebaut und im Zentrum der Stadt wird seit Jahren ein Weihnachtsmarkt mit Glühwein und Frankfurter Würstchen abgehalten. Auf der anderen Seite kann man auch heute noch fast jedes Wochenende im britischen Fernsehen Kriegsfilme mit tumben deutschen Nazis und heroischen Briten sehen. Soweit die eine Seite der Medaille. Die andere: Die in Deutschland geborene Gisela Stuart hätte es "niemals gewagt vorherzusagen", so schreibt sie im soeben erschienenen SympathieMagazin "Großbritannien verstehen", dass sie eines Tages für den Wahlkreis Birmingham Edgbaston in das britische Unterhaus gewählt werden würde. Immerhin war dies einst der Wahlkreis von Neville Chamberlain. Das ist jener Premierminister, der 1938 mit dem Nazi-Regime in München verhandelte, um, wie er hoffte, den Frieden zu sichern. Vergeblich, wie wir wissen.
Mit diesen wenigen scheinbar gegensätzlichen Beispielen aus einem einzigen Beitrag innerhalb des neuen SympathieMagazins ist auch schon grob umrissen, warum die deutsch-britischen Beziehungen als ein "nicht immer einfaches Verhältnis bezeichnet" werden können. Und doch liegt genau in diesen Widersprüchlichkeiten die Chance, die Briten näher kennen zu lernen – jenseits aller Klischees und Stereotypen. Die kann man natürlich unverändert suchen und finden, ob im nächstbesten Pub oder bei so "spleenigen" Veranstaltungen wie dem Sumpf-Schnorcheln im walisischen Llanwrtyd Wells. Hilfreicher könnte z.B. sein, sich mal auf eine ureigene britische Institution einzulassen, auf den bei uns immer noch kaum bekannten "National Trust". Dort kann man nämlich durch freiwillige Mitarbeit in einem der über 500 Ferienprogramme miterleben, wie britisches Denken und Handeln angelegt ist. Auf der Basis von Gemeinnützigkeit verwaltet die Stiftung über 300 historische Stätten, Naturschutzgebiete und Parks. Drei Millionen Mitglieder spenden für den Erhalt dieses nationalen Erbes und ein Heer von freiwilligen (britischen und ausländischen) Helfern setzt die Schutzvorhaben und Reparaturmaßnahmen in der Praxis um. Gemeinschaftlich. Und was im großen nationalen Rahmen funktioniert, klappt auch im Kleinen: Kein geringerer als beispielsweise der Starkoch Jamie Oliver steht heute mit seiner Restaurantkette "Fifteen" für (s)ein ungewöhnliches soziales Engagement. In Cornwall etwa, einer Region, in der die Kluft zwischen der landschaftlichen Schönheit und der schwierigen sozialen Lage der Einheimischen kaum größer sein könnte, setzt sich die Restaurantkette dafür ein, jedes Jahr 15 Jugendlichen eine Ausbildung zum Koch zu ermöglichen. Mit der Chance, eines Tages selbst ein Restaurant zu eröffnen und damit mehr bieten zu können als nur "Fish & Chips".

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Verantwortlich für den Text : Klaus Betz


"Großbritannien verstehen" wurde gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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