Presse-Information
 


Ammerland, 28.08.2006
Nr. 06/2006
43 Zeilen à 60 Anschläge



Mehr als Gauchos, Gletscher und Tango -
SympathieMagazin "Argentinien-Chile-Uruguay verstehen" erschienen


Néstor Morientes ist Papiersammler. Zusammen mit seiner Frau Catalina ist er Nachmittag für Nachmittag unterwegs, um in einem "feinen" Stadtteil von Buenos Aires im dortigen Hausmüll nach Verwertbarem zu suchen. Von irgendetwas muss der Mensch ja leben, "deshalb sind wir Cartoneros geworden, Papiersammler". Wie Néstor Morientes geht es seit der Wirtschafts- und Finanzkrise von 2002 vielen Argentiniern. Hunderttausende sind damals an den Rand der Gesellschaft gedrängt worden.
Im krassen Gegensatz dazu die Schickeria Argentiniens: Sie tummelt sich im uruguayischen Punta del Este. Golfen, Luxuslimousinen, Polopferde, wer gibt die heißesten Partys, wer betrügt wen mit wem? Das sind die beherrschenden Themen im "In"-Badeort "Punta".
Urlauber und Bergsteiger, die Argentinien, Chile oder Uruguay bereisen, werden eher von anderen Extremen angezogen: von den spektakulären Wasserfällen von Iguazu ganz im Nordosten Argentiniens beispielsweise oder von den faszinierenden Felstürmen und weltgrößten Gletschern im "wilden" Süden, in Patagonien oder Feuerland. Sie werden aber auch dem Alltag der Menschen begegnen. Im soeben erschienenen SympathieMagazin erzählen einige aus ihrem Leben: beispielsweise der Chilene Paul, der mit Freunden eine HipHopBand gegründet hat, oder Micha Vitale, die sich als Ärztin für die Menschenrechte in ihrem Land engagiert. Oder der Gaucho Beto, der den alten Zeiten auf der Estancia San Pedro del Timote nachhängt. Heute werden hier Touristen aufgenommen, die das uruguayische Landleben näher kennen lernen möchten.
Es geht in diesem Magazin aber auch um jene, die einst von den "Conquistadores" verfolgt, vertrieben und getötet wurden, um die Indígenas. Nur wenige Völker - wie beispielsweise die Mapuche oder die Aymara - haben diese Zeit überlebt. Und ihre Stimmen vernimmt man nach jahrhundertelanger Unterdrückung heute immer stärker.
Und: Es geht natürlich auch um den "Tango - den verruchten Tanz", der bis heute nichts von seiner Anziehungskraft verloren hat, auch nicht bei jungen Leuten.
Wie wird es politisch und wirtschaftlich weitergehen mit diesen drei Ländern, die allesamt traumatische Erfahrungen mit Militärregierungen hinter sich haben und sich heute als junge Demokratien verstehen? "Kein Land kann es alleine schaffen, wir brauchen regionale und kontinentale Bündnisse", sagt der argentinische Friedensnobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel in einem Interview: "Wir müssen addieren und multiplizieren lernen, nicht nur teilen und subtrahieren. Wir müssen lernen, selber zu denken, statt fremde Modelle zu übernehmen. Das erfordert eine Debatte über unsere Identität, über Wertvorstellungen, Demokratie und Souveränität."

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Verantwortlich für den Text: Dietlind von Laßberg


"Argentinien-Chile-Uruguay verstehen" wurde redaktionell betreut von Susanne Asal und Sandra Weiss.

Das Einzelexemplar kann für Euro 3,60 per Lastschrift (www.sympathiemagazin.de) oder gegen Voreinsendung eines Verrechnungsschecks beim Studienkreis für Tourismus und Entwicklung (D-82541 Ammerland, Kapellenweg 3) bezogen werden. Ab 50 Exemplare gelten Stückpreise zwischen Euro 1,55 und 1,45 (zzgl. Versandkosten und MwSt.).

"Argentinien-Chile-Uruguay verstehen" wurde gefördert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), von ADVENIAT und vom Evangelischen Entwicklungsdienst (EED)/ Tourism Watch.