Presse-Information
 


Ammerland, 08. Dezember 2003
Nr. 09/2003
44 Zeilen à 70 Anschläge


Neuerscheinung: SympathieMagazin "Syrien verstehen"

Ganz allmählich und sehr behutsam brechen in Syrien die verkrusteten Strukturen auf. Das Land wandelt sich auf eine im Westen kaum wahrgenommene Weise. Die Revolution kommt auf leisen Sohlen daher, seit der gescheiterte "Damaszener Frühling" (Mitte 2000 - 2001) die "Rote Linie" deutlich gemacht hat: Nicht öffentlich die Forderung zu erheben, den Machtanspruch der regierenden Baath-Partei infrage zu stellen. Zu viel Dynamik verträgt dieses Land noch nicht, nach Jahrzehnten einer DDR-ähnlichen Situation, Veränderungen verträgt es sehr wohl. Und Syrien bewegt sich tatsächlich weg, vom Stillstand in einer sozialistisch-arabischen Republik, hin zu einer sich öffnenden Nation, die in ihrer multikulturellen und multireligiösen Vielfalt ein hohes Maß an Toleranz praktiziert. Syrien befindet sich im Transitraum der Geschichte und verdient deshalb Geduld, statt diffamierende Etiketten.
Während Handys inzwischen zum Alltag gehören, Internet-Cafés und Satelliten-Schüsseln den Zugang zum Rest der Welt öffnen, finden sich auf dem Land die traditionellen Bilder einer orientalischen Welt. Geprägt von Schafzucht und Ziegenherden, umgeben von Olivenhainen und Baumwollfeldern und dem Zusammenleben in der Großfamilie. Die Autorinnen und Autoren des neuen SympathieMagazins "Syrien verstehen" haben es geschafft, diesen Umbruch deutlich zu machen und gleichzeitig Neugier zu wecken auf dieses Land, das, eingeklemmt zwischen Palästina-Konflikt und Irak-Krieg, einen neuen, vor allen Dingen aber friedlichen Weg zu gehen sucht. So hat beispielsweise der Medizin-Student Ayman Haykal die Gunst der Stunde genutzt und vor drei Jahren das Internet-Portal "Damascus Online" gestartet, um eine Webpage zu haben, die sich "syrischen Angelegenheiten und Themen widmet" (www.damascus-online.com). Unter anderem, um Touristen die verschiedensten Aspekte der syrischen Kultur zu präsentieren oder in- und ausländischen Studenten eine Diskussionsplattform zu bieten.
Gleichzeitig gibt es unverändert das Handwerk des Damaszener Brokat-Webers, der mit 7200 seidenen Fäden hantiert und im Verlauf eines Jahres gerade mal 30 Meter des luxuriösen und teueren Stoffes herstellen kann. Um ihn herum wird gerade das Wirtschaftsleben entstaatlicht, die ersten privaten Banken öffnen und im geschichtsträchtigen Aleppo läuft seit Jahren eines der größten Altstadt-Sanierungsprogramme des Landes. Damit - finanziert aus dem Schuldenerlass-Abkommen zwischen der deutschen und der syrischen Regierung eine der ältesten bewohnten Städte dieser Erde auch morgen noch lebenswert ist, authentisch orientalisch bleibt und nicht zum bloßen Museum degeneriert. Syrien ist ein Land "mit großem kulturellen Reichtum, dessen Name zurückreicht bis in biblische Zeiten", schreibt der Studienkreis-Vorsitzende Armin Vielhaber in seinem Vorwort. Es könne "zu den Grundlagen unserer Weltkultur" führen, liege vor der Haustüre Europas und dennoch, so Vielhaber weiter, sei Syrien im Bewusstsein vieler Menschen nach wie vor ein "weißer Fleck".

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Die Herausgabe des SympathieMagazins "Syrien verstehen" wurde unterstützt durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und durch die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH.

"Syrien verstehen" wurde redaktionell betreut von: Friederike Stolleis, Damaskus.

Das Einzelexemplar kann für Euro 3,40 per Lastschrift (www.sympathiemagazin.de) oder gegen Voreinsendung eines Verrechnungsschecks beim Studienkreis für Tourismus und Entwicklung (D-82541 Ammerland, Kapellenweg 3) bezogen werden. Ab 50 Exemplare gelten Stückpreise zwischen Euro 1,40 und 1,30 (zzgl. Versand / Verpackungskosten und MwSt.).

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Verantwortlich für den Text: Klaus Betz