Presse-Information
 


Ammerland, 07. März 2003
Nr. 02/2003
57 Zeilen à 60 Anschläge



Die neue Zeit im Balkan-Blues:
SympathieMagazin "Bulgarien verstehen" erschienen


Oma Stanka hat den ungewöhnlichsten Antrag ihres Lebens gestellt: Sie hat sich für einen Internetkurs eingeschrieben, der mit Mitteln der Europäischen Union besonders für ältere Leute angeboten wird. Nun ist es ja nicht so, dass Oma Stanka nichts Besseres zu tun wüsste, aber - so sind nun mal die neuen Zeiten - ihre beiden Enkel studieren in München und London, sind dort am besten per E-Mail zu erreichen und deshalb surft nun auch Oma Stanka durchs Netz.

Mit wunderbaren kleinen Geschichten wie diesen schildert das neue SympathieMagazin "Bulgarien verstehen" den rasanten Wandel in dem früheren Ostblock-Staat. Auch jenen, den die Erfolgreichen zelebrieren. In der Zeitung heißt es dazu lakonisch: "Sei nicht neidisch, werde reich!" Das eigentliche Anliegen der überwiegend einheimischen Autoren wird erst auf den zweiten Blick klar: Was sie in ihren humorvollen, teils ironischen und mitunter auch wehmütigen Geschichten erzählen, entspricht einem melancholischen Balkan-Blues. Sie lieben ihr Land, aber es ist noch nicht angekommen - im Europa ohne Grenzen. Es ist in einer Zeit unterwegs, die ununterbrochen Neues und Anderes mit sich bringt, aber es bleibt sich seiner Wurzeln stets bewusst.

Zwischen Aufbruch und Verharren erlebt Bulgarien seit Jahren einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel, für den viele Menschen einen hohen Preis bezahlen müssen. Durch Arbeitslosigkeit zu Hause oder durch die Abwanderung ins Ausland - in dem sie als billige Arbeitskräfte "willkommen" sind. Motto: "Ah, ein Bulgare!"

Vor allem junge Menschen erleben diese Situation als einen Spagat zwischen Tradition und Moderne. Auf der einen Seite wollen auch sie endlich "Europa hautnah erleben", auf der anderen Seite müssen sie aber ernüchtert feststellen, dass sich das Interesse für ihre Heimat (noch) in Grenzen hält. Die meisten Mitteleuropäer kennen allenfalls die bulgarischen Urlaubsstrände an der Schwarzmeerküste.

"Obwohl Bulgarien der wirtschaftlich ärmste Kandidat der EU ist", schreibt der Studienkreisvorsitzende Armin Vielhaber im Vorwort des neuen SympathieMagazins "verfügt es über einen großen Reichtum an Kultur, Landschaft und liebenswerten Menschen. Genau darauf will ‚Bulgarien verstehen' den Blick lenken." Nicht von ungefähr trifft man sich immer wieder zum Spanferkel-Essen in der tiefsten Provinz. Wo die Störche auf dem Kirchturm brüten und der lange vermisste Freund die Hirtenflöte spielt - während man selbst mal in Portugal arbeitet oder in Deutschland oder als Austauschschüler "Fremdsprachen lernen, studieren und auf internationalem Niveau konkurrenzfähig sein will." Ganz pragmatisch. Bulgaren können das. Haben sie doch den weltweit einzig "verbürgerlichten" ehemaligen Adligen als Ministerpräsidenten. Seine Name: Simeon Sakskoburggotski. Zu Deutsch: von Sachsen-Coburg-Gotha. Aber das allein löst noch lange nicht alle Probleme.

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Die Herausgabe des SympathieMagazins "Bulgarien verstehen" wurde unterstützt durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSJ), die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH, das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche/ Hoffnung für Osteuropa und durch den Evangelischen Entwicklungsdienst e.V. (EED)/ Tourism Watch,

Das SympathieMagazin "Bulgarien verstehen" wurde redaktionell betreut von: Thorsten Brinkmeier, Hagen.

Das Einzelexemplar kann für Euro 3,40 per Lastschrift oder gegen Voreinsendung eines Verrechnungsschecks beim Studienkreis für Tourismus und Entwicklung (D-82541 Ammerland, Kapellenweg 3) bezogen werden. Ab 50 Exemplare gelten Stückpreise zwischen Euro 1,40 und 1,30 (zzgl. Versand/Verpackungskosten, MwSt.).

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Verantwortlich für den Text: Klaus Betz