Hausmitteilung
 


Ammerland, 22. August 2007

"Libanon verstehen" auch für deutsche UNIFIL-Soldaten

Im Juni 2007 übergab der Studienkreis für Tourismus und Entwicklung den Angehörigen der Bundesmarine mehr als 2.000 Exemplare seines SympathieMagazins "Libanon verstehen". Seit Mitte Oktober 2006 sind bis zu 2.400 deutsche Marinesoldaten im Rahmen des UNIFIL-Mandates der Vereinten Nationen vor der Küste des Libanon im Einsatz, um die Seegrenzen zu überwachen und Waffenschmuggel zu verhindern. Mit dem SympathieMagazin erhalten die Soldatinnen und Soldaten die Möglichkeit, sich ein differenziertes Bild von einem Land und seinen Menschen zu machen, das sie im Rahmen ihrer Aufgaben zwar schützen aber nicht betreten dürfen. Landgang erhalten sie nur auf Zypern.
Der Studienkreis hatte "Libanon verstehen" im März dieses Jahres herausgegeben, um auch und gerade in schwierigen Zeiten das Verständnis für die äußerst komplexen gesellschaftlichen und politischen Gegebenheiten dieses Nahostlandes zu befördern. Das Magazin berichtet über viele Facetten des Alltags unter Berücksichtigung kritisch reflektierender Themen.

Interkulturelles Lernen ist angesagt: 108. Trainingsseminar für Reiseleiterinnen und Reiseleiter in Entwicklungsländern

"Lernen hört nie auf" – das meinten 14 ägyptische deutsch sprechende Reiseleiterinnen und Reiseleiter von OFT Reisen, die Ende Juni an einem interkulturellen und entwicklungsbezogenen MotivationsSeminar "basic" in Kairo teilnahmen.
Die beruflich sehr erfahrenen Teilnehmer waren im Durchschnitt bereits 13 Jahre für den Stuttgarter Reiseveranstalter tätig, der seit 1986 ca. 350.000 deutsche Urlauberinnen und Urlauber nach Ägypten gebracht hat. "Dieses erste Kooperationsseminar mit OFT Reisen war", so Studienkreis-Vorstand Armin Vielhaber, der den sechstägigen Kurs leitete, "das Seminar mit dem bisher höchsten Altersdurchschnitt von Teilnehmern: 43 Jahre der älteste war 62." Die Auffassung, dass bei Reiseleitern mit zunehmendem Alter und Berufserfahrung die Einstellung vorherrsche, nichts mehr hinzu lernen zu können, sei hier eindeutig widerlegt worden. "Die Wissbegierde auf Neues war bei den ägyptischen Tour Guides extrem groß", so Vielhaber, "ebenso ihre Bereitschaft, sich offen auf neue Erfahrungen einzulassen und auf das praktische kreative Einüben interkultureller Fertigkeiten beim Umgang mit aktuellen Entwicklungs- und Alltagsthemen aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Umwelt, Religion und Globalisierung."

Die Geschäftsleitung von OFT Reisen beabsichtigt, bis Sommer 2009 ihre sämtlichen ägyptischen deutschsprechenden Tour Guides vom Studienkreis für Tourismus und Entwicklung interkulturell zertifizieren zu lassen. Ursula Reinert – Geschäftsführende Gesellschafterin von OFT Reisen: "Alle sollen bis dahin an einem Trainingsseminar "basic" und "advanced" teilgenommen haben. Unsere Reiseleiter vom Juni-Seminar waren begeistert. Ich kann auch unseren Mitbewerbern nur empfehlen, ihren Mitarbeitern in Entwicklungsländern diese berufliche Qualifizierung zu ermöglichen. Unsere Gäste und die Destinationen selbst profitieren davon sehr."


Fortgesetzt wurde auch die Zusammenarbeit mit dem größten deutschen Türkei-Reiseveranstalter ÖGER TOURS: Im April fand in Kemer/Türkei das vierte MotivationsSeminar für deutsch sprechende türkische Reiseleiterinnen und Reiseleiter dieses Unternehmens statt. Diesmal kamen die Teilnehmer aus den Tourismusregionen der türkischen Westküste.

Urheber: Thorsten Futh


Für das JORDAN TOURIST BOARD führte der Studienkreis im August in Amman das dritte MotivationsSeminar "basic" für englisch sprechende jordanische Tour Guides durch. Für Dezember 2007 ist dort ein erstes Advanced-Seminar in Englisch vorgesehen. Deutsch sprechende Tour Guides konnten bereits in den Vorjahren an vier MotivationsSeminaren in der jordanischen Hauptstadt teilnehmen.


Zwischen Hype und Handlungsnöten – 14. Ammerlander Gespräch

Gibt es klimabewusste Lösungen beim Reisen oder zelebrieren wir lieber den fortgesetzten Selbstbetrug? Das diesjährige Ammerlander Gespräch will am 11. Oktober bisherige Erkenntnisse zusammenfassen, Klarheit schaffen – und Fragen stellen: Was hat uns die bisherige Debatte gebracht? Welche Lösungen zeichnen sich ab? Wer handelt künftig wie – oder wie nicht? Was gibt es zu berücksichtigen? Was ist praktikabel? Und wie stellt sich dies alles aus Sicht der Entwicklungsländer dar? Auch heuer lädt der Studienkreis für Tourismus und Entwicklung wieder Journalisten und Vertreter aus der Leitungsebene der Tourismuswirtschaft zu einem Hintergrundgespräch ein.


Erneute Ehrung für außergewöhnliches Engagement

Für sein Engagement im Denkmalschutz wurde Dr. Yusuf Örnek, Geschäftsführender Gesellschafter der Agentur VASCO Antalya und Vorstandsmitglied im Studienkreis für Tourismus und Entwicklung, am 8. Juni 2007 in Stockholm mit dem "Preis der Europäischen Union für Kulturerbe/Europa Nostra" ausgezeichnet. Gewürdigt wurde Yusuf Örneks Einsatz für den Erhalt der Sarica-Kirche in Kappadokien/Türkei. "Dieses bemerkenswerte Beispiel einer in den Fels gehauenen byzantinischen Kirche, die unter starker Oberflächenerosion durch Regenwasserinfiltration, Risse und Abbrüche gelitten hatte", so heißt es in der Begründung, "wurde gerettet, restauriert und für Besucher zugänglich gemacht." Für sein Engagement war Yusuf Örnek erstmals im März 2004 auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) von GEO SAISON mit der "Grünen Palme" geehrt worden.


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Verantwortlich für den Text: Klaus Betz